Erosionsschutz

Nur unter bestimmten Voraussetzungen ist die Gewährleistung von nachhaltigem Erosionsschutz möglich:

Verlegung von Erosionsschutz-Matten
Verlegung von Erosionsschutz-Matten

Analyse der Standortbedingungen

Mit zunehmender Hangneigung und Hanglänge steigt auch die Erosionsgefahr; doch wo manch steile Fels- oder Tonböschung nur wenig von Bodenabtrag betroffen ist, weisen schluff- und feinsandreiche Böden bisweilen schon bei wenigen Grad Neigung starke Erosionsschäden auf. Natürlich ist die Erosionsgefahr auch abhängig vom Klima; humide (regenreiche), vor allem innertropische Klimazonen, aber auch schütter bewachsene aride (trockene) Zonen sind besonders betroffen; hier spielt auch Winderosion eine große Rolle.

Beachtung der hydrologischen Situation

Die größten Erosionsschäden werden meist durch abfließendes Niederschlagswasser verursacht. Dabei werden Bodenteilchen abgelöst und mit dem Wasser als Transportmedium hangabwärts verlagert. Wasser kann besonders dort angreifen, wo es nicht schnell genug versickert, den Hang hinab fließt und auf leicht ablösbare Bodenpartikel trifft. Daher sind grobkörnige Böden wie Grobsande und Kiese sowie kohärente Böden (Tone) weniger erosionsgefährdet. Nicht nur Niederschlags-, sondern auch Quell- und Hangzugwasser führen immer wieder zu Böschungsrutschun-gen und massiver Rinnen- und Grabenerosion. Solche Standortverhältnisse erfor-dern projektindividuelle, ganz spezielle Sicherungsbauweisen. Anfallendes Oberflächen- und Quellwasser sowie austretendes Sickerwasser sollte möglichst umfassend abgeleitet werden. Dies geschieht durch den Einbau von Sickerschlitzen oder Drainagesystemen, durch Entwässerungsmulden oder Fanggräben.

Anpassung der Maßnahmen an die Standortbedingungen

Mit zunehmender Standortproblematik werden ingenieurbiologische Begrünungs- und Bauverfahren komplizierter, aufwändiger und teurer. So wird z.B. bei geringer Durchwurzelbarkeit (felsiger, blockiger Untergrund), extremer Neigung nahe der Senkrechten oder starker Beschattung durch überständige Bäume eine wirkungsvolle Begrünung der Problemfläche nur mit ganz speziellen Pflanzen und Verfahren gelingen. Böden im Uferbereich von Gewässern bedürfen ganz spezieller Sicherungsverfahren.

Einsatz geeigneter Saatgutmischungen und Zuschlagstoffe

Je nach Standort und Erosionsgefahr werden für Begrünungen Saatgut und Zuschlagsstoffe ausgewählt, die den größten, langfristigsten und effektivsten Schutz gegen Erosion darstellen. Ammengräser keimen rascher und wachsen rascher, sie schützen den Boden entsprechend schneller. Bestimmte Bodenverbesserungsmittel stabilisieren die Bodenaggregate und wirken der Erosion entgegen. Mulchschichten schützen den Boden vor der Wucht auftreffender Regentropfen und der Energie oberflächig abfließenden Wassers. Starke und akute Erosionsgefahr erfordert dagegen meist den Einsatz ingenieurbiologischer Bauweisen (siehe dort).

Einsatz geeigneter Erosionsschutzmittel

Der Einsatz geeigneter synthetisch-organischer Haftkleber bewirkt in der Regel für mehrere Monate einen ausreichenden Schutz vor Oberflächenerosion. Besonders sensible Flächen - z.B. hochwassergefährdete Deichabschnitte, steile Böschungen an Straßen und Bahnlinien etc. - sollten zusätzlich mit speziellen Erosionsschutz-Geweben gesichert werden.